Zeitstrahl

Lebensmittel im Wandel der Zeit

Sushi, Smoothie, Chiasamen: Was wir essen und trinken, folgt geschmacklichen Trends, technologischen Entwicklungen und einem Angebot, das immer vielfältiger und internationaler wird. Mit den Vorlieben ändern sich auch unsere Erwartungen an Lebensmittel.

Mit wachsendem Lebensmittelangebot und sich ändernden Erwartungen an Lebensmittel müssen oft neue Bezeichnungen für Lebensmittel gefunden werden oder die Beschaffenheit der Lebensmittel muss neu beschrieben werden. Seit der ersten Sitzung im Jahr 1962 stellt sich die Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission der Aufgabe, die Verkehrsauffassung, also die Zusammensetzung und den redlichen Herstellungs- und Handelsbrauch der Lebensmittel wie auch die berechtigte Verbrauchererwartung an Lebensmittel zu beschreiben. Da nichts beständiger ist als der Wandel, ist dies eine Daueraufgabe der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission.

1951

Kochfertige Beutelsuppen treten in Konkurrenz mit Suppenwürfeln

Freies Feld

1958

Inbegriff des Fertiggerichts: Markteinführung von Eierravioli aus der Dose

1959

Erstes Fischstäbchen in Deutschland aufgetaucht

1960

Bohnenkaffee überholt Kaffeeersatz in den Verkaufszahlen

Freies Feld

1970

Die erste Tiefkühlpizza bringt ein rundes Stück Italien in die BRD

1973

Der erste fertig gemischte Eistee erobert die Regale des Lebensmittelhandels

Freies Feld

1980

Mit knapp 146 Litern pro Kopf und Jahr erreicht der Bierkonsum der Deutschen in den alten Bundesländern einen Höhepunkt (2015: 106 Liter)

1983

Neu im Handel: das erste kalorienarme Cola-light-Getränk

Freies Feld

1998

Erstmals wird ein Kombucha-Drink angeboten

2001

Der erste Mikrowellenreis verkürzt die Kochzeit auf 3 Minuten

Freies Feld

2010

Die ersten Bubble Tea Geschäfte eröffnen

Menü mit 5 Gängen: So läuft das Änderungsverfahren für Leitsätze ab

1.

Anträge zu Leitsatzänderungen können von jeder Person gestellt werden und müssen schriftlich beim Sekretariat der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission eingereicht werden. Sie sollen begründet werden und möglichst mit einem Formulierungsvorschlag versehen sein. Auch das Präsidium kann – von sich aus oder auf Vorschlag eines Fachausschusses – Änderungen von Leitsätzen beschließen. Jeder Leitsatz muss mindestens einmal alle fünf Jahre (Berufungsperiode der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission) auf seine Aktualität hin überprüft und bei Bedarf aktualisiert werden.

2.

Das Sekretariat der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission bestätigt der Antragstellerin oder dem Antragsteller den Eingang des Antrages.

3.

Das Präsidium prüft den Antrag und weist ihn dem zuständigen Fachausschuss zu. Nimmt das Präsidium einen Antrag nicht zur Bearbeitung an, weil er z. B. nicht die Leitsätze des Deutschen Lebensmittelbuchs betrifft, wird die Antragstellerin oder der Antragsteller unter Angabe der Gründe darüber informiert.

4.

Der zuständige Fachausschuss berät unter Berücksichtigung der vorliegenden Anträge über eine Leitsatzänderung, einen neuen Leitsatz oder eine komplette Leitsatzüberarbeitung und beschließt über die Empfehlung eines Leitsatzes oder die Änderung eines Leitsatzes.

5.

Der Fachausschuss stimmt in der Regel in einer Sitzung über die Empfehlung ab, auch ein schriftliches Verfahren ist möglich. Zur Beschlussfähigkeit in einer Sitzung müssen alle vier beteiligten Kreise vertreten sowie mehr als die Hälfte der Fachausschussmitglieder anwesend sein. Zur Annahme der Empfehlung für einen neuen oder geänderten Leitsatz müssen mindestens drei Viertel aller in der Sitzung anwesenden Mitglieder oder alle anwesenden Mitglieder aus drei Gruppen für den Leitsatzentwurf stimmen; Enthaltungen zählen hierbei nicht, d. h., es entscheiden nur die Ja- und Nein-Stimmen.

6.

Anschließend wird die angenommene Empfehlung der Öffentlichkeit (Verbraucherorganisationen, Verbände, öffentliche Einrichtungen) zur Anhörung übergeben. Innerhalb von vier Wochen können die betroffenen Kreise dem Sekretariat der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission etwaige Einwendungen mitteilen. Bei erforderlichen Anpassungen von Leitsätzen an neue rechtliche oder verbindliche technische Vorschriften oder zur Behebung offenbarer Unrichtigkeiten und bei ähnlichen unwesentlichen Änderungen kann auf die Anhörung verzichtet werden.

7.

Der Fachausschuss berät über die eingegangenen Einwendungen und überarbeitet gegebenenfalls den Leitsatzentwurf.

8.

Nach der Überarbeitung des Leitsatzentwurfes stimmt der Fachausschuss erneut über den Entwurf ab.

9.

Die durch den Fachausschuss angenommene Empfehlung für einen Leitsatz oder die Änderung eines Leitsatzes wird der Kommission zur Beratung und Beschlussfassung übermittelt.

10.

In der ersten Beratungsrunde der Kommission soll ein Leitsatz oder die Änderung eines Leitsatzes grundsätzlich einstimmig beschlossen werden. Hierfür ist ein einstimmiges "Ja" erforderlich, zudem müssen mehr als drei Viertel der 32 Kommissionsmitglieder ihre Stimme abgegeben haben. Wird diese Beteiligung nicht erreicht, werden die in der Sitzung nicht anwesenden und nicht vertretenen Mitglieder der Kommission um schriftliche Stimmabgabe gebeten. Für die Annahme der Empfehlung sind die Stimmen von mehr als drei Vierteln aller Mitglieder ohne Gegenstimme erforderlich (Stimmenthaltungen zählen außer bei der Frage, ob das Quorum "mehr als drei Viertel der Mitglieder" überhaupt erreicht ist, nicht).

11.

Ergibt die Kommissionsabstimmung keine Einstimmigkeit, müssen die Mitglieder, die gegen den Leitsatzentwurf gestimmt haben, ihre Ablehnung des Leitsatzentwurfs begründen und einen Kompromissvorschlag einbringen.

12.

In der zweiten Beratungsrunde der Kommission werden der Leitsatzentwurf und die Kompromissvorschläge mit dem Ziel der Einigung diskutiert.

13.

Ist eine Einigung in der zweiten Beratungsrunde nicht absehbar, besteht die Möglichkeit, ein Schlichtungsverfahren mit einer externen Schlichterin oder einem externen Schlichter einzuleiten. Der erarbeitete Kompromiss- oder Verfahrensvorschlag wird der Kommission zur Fortsetzung der zweiten Beratung zugeleitet.

14.

Der Leitsatzentwurf wird unter Berücksichtigung des Kompromiss- oder Verfahrensvorschlages in der Kommission in Fortsetzung der zweiten Beratung erörtert und abgestimmt. Bei der Abstimmung müssen mehr als die Hälfte aller Mitglieder anwesend oder durch ein anwesendes Mitglied vertreten sein. Zur Annahme benötigt der Leitsatzentwurf die Zustimmung von mehr als drei Vierteln der 32 Kommissionsmitglieder. Gegenstimmen bleiben jetzt unberücksichtigt.

15a.

Der verabschiedete Leitsatzentwurf wird nach fachlicher und rechtlicher Prüfung durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie veröffentlicht.

15b.

Wird ein Leitsatzentwurf nicht verabschiedet, bleibt der bisherige Leitsatz bestehen.